Informationen zum Meningokokken-Befund

 

 

 

Die Untersuchungsbefunde (Beispiel) werden in Teilbefunden und einem Endbefund per Post an das einsendende Labor übermittelt. Das für den Wohnort des Patienten zuständige Gesundheitsamt erhält per Fax eine Kopie des Endbefundes. Die Fax-Nummer des Gesundheitsamtes wird dem Postleitzahl-Tool des Robert Koch-Instituts entnommen.

 

Kenndaten des Materials:

 

Neben der Labor-Nummer des NRZMHi und des Einsenders, der Art des Materials, dem Materialentnahme- und Materialeingangsdatum werden die Patienteninitialen (Vorname/Nachname), der Wohnort und das Geburtsdatum des Patienten angegeben.

 

Untersuchungsergebnisse:

 

Das NRZMHi bestätigt die Spezies-Identifizierung des Einsenders. Bei vitalen Stämmen erfolgt dies durch Mikroskopie, Verwendung von Selektivmedien und biochemische Nachweise. Bei Nativmaterialien erfolgt der Speziesnachweis durch 16S rRNA-Sequenzierung und Vergleich mit Datenbanken.

 

Die Serogruppenbestimmung ist epidemiologisch v.a. wegen der Frage der Impfpräventabilität eines Falles von Bedeutung. Sie erfolgt bei vitalen Stämmem durch Objektträgeragglutination und bei Nativmatieralien durch PCR (modifiziert nach Vogel et al. J Clin Microbiol. 1998, 36(9):2465-70; Vogel et al. Capsular operons. In: Meningococcal disease: methods and protocols, edited by A. J. Pollard and M. C. J. Maiden, Totowa, NJ, Humana Press, 2001, p. 187-201.)

 

Die Feintypisierung erfolgt in jedem Fall durch porA (Porin A Gen)- bzw. fetA (Enterobaktin Rezeptor Gen)-PCR und anschließende DNA-Sequenzierung variabler Regionen (Elias et al. Emerg Infect Dis. 2006) Beim porA Gen werden zwei variable Regionen untersucht, beim fetA Gen wird eine variable Region untersucht. Aus diesem Grunde erscheinen beim PorA zwei durch ein Komma getrennte Charaktere, z.B. 5-1, 10-8. Die variable Region 1 weist die Sequenz 5-1 auf, die Variable Region 2 die Sequenz 10-8. Für jede variable Region bedeutet die erste Ziffer die Familie verschiedener Varianten, die nach dem Bindestrich folgende zweite Ziffer bezeichnet die jeweilige Variante. Die Sequenztypisierung ist eindeutig, hochgradig reproduzierbar und portabel. Die Neisseria Sequence Typing Home Page wird vom NRZMHi intensiv verwendet und bestückt.

Befundkonstellationen

 

Die Antibiotikaempfindlichkeit der Meningokokkenstämme wird mittels Etest® bestimmt (Vazquez et al. Antimicrob Agents Chemother. 2003, 47(11):3430-4). Die minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) und die Interpretation gemäß EUCAST (sensibel, intermediär, resistent) werden angegeben. Alle Penicillin intermediär empfindlichen Stämme werden zusätzlich noch auf spezifische Polymorphismen im penA Gen hin untersucht (Arreaza et al. Antimicrob Agents Chemother. 2004, 48(1):358-9). Dieser Methodenvergleich wird allerdings nicht befundet sondern ist Inhalt der Jahresberichte des NRZMHi.