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    Meningokokken und Haemophilus Influenzae

    Daten zur Laborüberwachung von Meningokokken (2015)

    english

    Einleitung

    Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken und Haemophilus influenzae (NRZMHi) ist vom RKI mit der Feintypisierung und der Surveillance von Antibiotikaresistenzen bei invasiven Meningokokkenerkrankungen beauftragt. Insgesamt wurden im Jahr 2015 384 Proben von 330 Patienten untersucht. Das NRZMHi konnte Neisseria meningitidis bei 258 Patienten nachweisen, von welchen bei 246 ein Meningokokkennachweis aus primär sterilen Materialien erfolgte (diese Zahl entspricht der Anzahl der invasiven Erkrankungen). Bei 35 Patienten (von 246) erfolgte der Nachweis ausschließlich mit kulturunabhängigen Methoden. Im Vergleich dazu wurden 287 Fälle von invasiver Meningokokkenerkrankung im Jahr 2015 an das RKI gemeldet (Stand 03.02.2016, SurvStat@RKI). Die Inzidenz der invasiven Meningokokkenerkrankung in Deutschland ist 2015 (0,36/100.000) im Vergleich zum Vorjahr (0,34/100.000) konstant geblieben. Da das NRZMHi alle Befunde den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern mitteilt, kann davon ausgegangen werden, dass ca. 86% der an das RKI gemeldeten Fälle durch das NRZMHi untersucht wurden (2014: 91%).

    Häufigkeit der Serogruppen (2015)

    Der Anteil der am NRZMHi untersuchten Fälle mit Serogruppe C nahm weiter ab (14,6%), während sich die Anteile der Serogruppe B-, Y- und W-Erkrankungen kaum veränderten (71,1%, 8,5%, 4,5%)

    Serogruppen aufgeschlüsselt nach Altersgruppen (2015)

    Die Mehrzahl der Serogruppe C-, W- und Y-Erkrankungen trat bei Patienten auf, die 20 Jahre oder älter waren.

    Serogruppen aufgeschlüsselt nach Bundesländern (2015)

     

    BW

    BY

    BE

    BB

    HB

    HH

    HE

    MV

    NI

    NW

    RP

    SL

    SN

    SA

    SH

    TH

    Aus

    B

    23

    21

    8

    6

    6

    8

    8

    3

    12

    37

    15

    5

    5

    6

    10

    2

    C

    8

    6

    1

    1

    2

    4

    7

    5

    1

    1

    W

    1

    2

    2

    1

    2

    2

    1

    Y

    8

    8

    1

    2

    2

    E

    1

    Fälle, gesamt

    40

    37

    11

    8

    7

    8

    10

    3

    18

    48

    22

    1

    6

    6

    7

    11

    3

    Inzidenz (Fälle am NRZMHi / 100.000)

    0.37

    0.29

    0.32

    0.33

    1.06

    0.45

    0.16

    0.19

    0.23

    0.27

    0.55

    0.10

    0.15

    0.27

    0.25

    0.51

     

     

    BW: Baden-Württemberg, BY: Bayern, BE: Berlin, BB: Brandenburg, HB: Bremen, HH: Hamburg, HE: Hessen, MV: Mecklenburg-Vorpommern, NI: Niedersachsen, NW: Nordrhein-Westfalen, RP: Rheinland-Pfalz, SL: Saarland, SN: Sachsen, ST: Sachsen-Anhalt, SH: Schleswig-Holstein, TH: Thüringen, Aus: Ausland.

    Die obige Tabelle zeigt 246 Fälle. Bei Materialien von 2 invasiven Fällen konnte die Serogruppe nicht bestimmt werden. In 3 Fällen erkrankten die Patienten in Deutschland, hatten jedoch ihren Wohnsitz im Ausland.

    Geografische Verteilungen der Serogruppen (2015)


    Die farbigen Symbole repräsentieren Erkrankungsfälle durch die entsprechenden Serogruppen. Für Serogruppe Y ist ein überwiegendes Auftreten in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen festzustellen.
    Alle Karten wurden mithilfe des Geografischen Informationssystems EpiScanGIS erstellt.


    Häufigste Feintypen (2015)

    Feintyp

    Anzahl der Fälle

    % der Fälle

    B:P1.7-2,4:F1-5

    16

    6.9

    C:P1.5,2:F3-3

    13

    5.6

    Y:P1.5-2,10-1:F4-1

    12

    5.2

    B:P1.22,14:F5-1

    12

    5.2

    B:P1.22,14:F5-5

    10

    4.3

    B:P1.18-1,3:F1-5

    9

    3.9

    C:P1.5-1,10-8:F3-6

    7

    3.0

    B:P1.7-2,4:F5-1

    7

    3.0

    B:P1.7,16:F3-3

    6

    2.6

    B:P1.5-2,10-1:F5-8

    6

    2.6

    Im Jahr 2015 wurden insgesamt 110 unterschiedliche Serogruppe-PorA-FetA-Kombinationen (=Feintypen) beobachtet.

    Häufigste Feintypen aufgeschlüsselt nach Altersgruppen (2015)

    Antibiotikaresistenzen von invasiven Isolaten

    (nach Kriterien von EUCAST 2015)

    Antibiotikum

    sensibel

    intermediär

    resistent

    Penicillin

    168

    25 (12,8%)

    2 (1%)

    Cefotaxim

    195

    Rifampicin

    193

    2 (1%)

    Ciprofloxacin

    192

    1 (0,5%)

    Die Anteile intermediär-sensibler und resistenter Stämme verringerten sich 2015 von 19,1 % bzw. 2,9% im Jahr 2014 auf 12,8% bzw. 1%.

    Allgemeiner Hinweis

    Die Daten des NRZMHi werden im Auftrag des RKI ermittelt. Eine wissenschaftliche Verwertung der Daten durch Dritte ist ohne Genehmigung des NRZMHi und des RKI nicht gestattet. Eine kommerzielle Verwendung der Daten z.B. für Werbezwecke ist untersagt. Eine Reproduktion der grafischen oder tabellarischen Darstellung auch zum Zwecke von Vorträgen ist nicht gestattet.

    © NRZMHi 2015

    Kontakt

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