Daten des Nationalen Referenzzentrums für Meningokokken für das Jahr 2012

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1) Einleitung

Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken ist vom RKI mit der Feintypisierung und der Surveillance von Antibiotikaresistenzen bei Meningokokken beauftragt. Insgesamt wurden im Jahr 2012 422 Proben von 385 Patienten untersucht. Das NRZM konnte Neisseria meningitidis bei 322 Patienten nachweisen, von welchen bei 308 ein Meningokokkennachweis aus primär sterilen Materialien erfolgte (diese Zahl entspricht der Anzahl der invasiven Erkrankungen). Im Vergleich dazu wurden 355 Fälle von invasiver Meningokokkenerkrankung im Jahr 2012 an das RKI gemeldet, Stand 22.1.2012, vgl. SurvStat@RKI). Diese Zahlen verdeutlichen ein Gleichbleiben der Inzidenz der invasiven Meningokokkenerkrankung in Deutschland im Jahre 2012 (0,43/100.000, vgl. SurvStat@RKI) gegenüber dem Jahr 2011 (0,44/100.000). Da das NRZM alle Befunde den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern mitteilt, kann davon ausgegangen werden, dass ca. 87% der an das RKI gemeldeten Fälle durch das NRZM untersucht wurden (im Vorjahr: 85%). Bei 28 Patienten (von 308) erfolgte der Nachweis ausschließlich mit kulturunabhängigen Methoden.

Der Anteil der Serogruppe C Erkrankungen nahm leicht zu (24,1%), während der Anteil der Serogruppe B Erkrankungen etwas abnahm (66.9%). Der Anteil der Serogruppe Y Erkrankungen ging leicht auf 5,0% zurück, während der Anteil der Serogruppe W135 geringfügig anstieg (4,0%).

Neben der Serogruppe sind der PorA- und FetA-Typ wichtige Marker der Feintypisierung (vgl. unsere Vorberichte 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005 und 2004). Es wurden im Jahr 2012 124 unterschiedliche Serogruppen-PorA-FetA-Kombinationen (= Feintypen) beobachtet. Die häufigsten Feintypen waren B:P1.7-2,4:F1-5 (36, 12.8%), C:P1.5,2:F3-3 (24, 8.5%), B:P1.22,14:F5-5 (12, 4.3%), C:P1.5-1,10-8:F3-6 (11, 3.9%) und Y:P1.5-2,10-1:F4-1 (11, 3.9%)

2) Serogruppenverteilung aufgeschlüsselt nach Bundesländern

BW: Baden-Württemberg, BY: Bayern, BE: Berlin, BB: Brandenburg, HB: Bremen, HH: Hamburg, HE: Hessen, MV: Mecklenburg-Vorpommern, NI: Niedersachsen, NW: Nordrhein-Westfalen, RP: Rheinland-Pfalz, SL: Saarland, SN: Sachsen, ST: Sachsen-Anhalt, SH: Schleswig-Holstein, TH: Thüringen, Au: in D erkrankt, jedoch im Ausland wohnhaft, unk: unbekannt. Obige Tabelle zeigt 298 Fälle. Aus Materialien von 9 invasiven Fällen konnte die Serogruppe nicht bestimmt werden. In 1 Fall konnte der Wohnort nicht bestimmt werden.

3) Serogruppenverteilung aufgeschlüsselt nach Altersgruppen

4) Häufigkeit der Varianten des äußeren Membranproteins PorA, gekennzeichnet durch die variablen Regionen VR1 und VR2

5) Häufigkeit der Varianten des äußeren Membranproteins FetA

6) Häufigkeit der Feintypen aufgeschlüsselt nach Altersgruppen

7) Antibiotikaresistenzen von Vitalstämmen (nach Kriterien von EUCAST)

Der Anteil der phänotypisch Penicillin-intermediären Stämme stieg auf 25,7%, während der Anteil der Penicillin-resistenten Stämme auf 2.3% stieg. Nicht-sensible Isolate gegenüber Rifampicin, Ciprofloxacin oder Cefotaxim wurden nicht gefunden.

8) Geografische Verteilungen

Serogruppe B Fälle (rosa Dreiecke)
Serogruppe C Fälle (gelbe Dreiecke)
B:P1.7-2,4:F1-5 (blaue Kreise)
C:P1.5,2:F3-3 (orange Kreise)

Anmerkung zu den geografischen Verteilungen: Das Verteilungsverhalten der Serogruppe B und C Fälle ist ähnlich; Die Häufung des Feintyps B:P1.7-2,4:F1-5 im westlichen NRW ist noch wahrnehmbar.  Der Feintyp C:P1.5,2:F3-3 zeigt ein sporadisches Verteilungsmuster. Alle Karten wurden mithilfe des Geografischen Informationssystems EpiScanGIS erstellt.

9) Publikationen des NRZM

Originalpublikationen:

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      Übersichtsarbeiten und Buchkapitel:

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        Allgemeiner Hinweis: Die Daten des NRZM werden im Auftrag des RKI ermittelt. Eine wissenschaftliche Verwertung der Daten durch Dritte ist ohne Genehmigung des NRZM und des RKI nicht gestattet. Eine kommerzielle Verwendung der Daten z.B. für Werbezwecke ist untersagt. Eine Reproduktion der grafischen oder tabellarischen Darstellung auch zum Zwecke von Vorträgen ist nicht gestattet.

        Version 0.2 © NRZM 2013