Intern
    Meningokokken und Haemophilus Influenzae

    Daten des Konsiliarlabors für Haemophilus influenzae 2010

    english

    Einleitung

    Das Konsiliarlabor für Haemophilus influenzae (KLHi) ist vom Robert Koch-Institut mit der Laborüberwachung invasiver H. influenzae Erkrankungen beauftragt. Zu seinen Aufgaben gehören die Serotypisierung klinischer Isolate und die Beobachtung der antibiotischen Resistenzentwicklung. Im Jahr 2010 wurden Proben von 162 Patienten analysiert. Bei 143 Patienten wurde H. influenzae aus primär sterilen Materialien isoliert (dies entspricht der Anzahl invasiver Erkrankungen).

    Die überwiegende Mehrheit der Fälle bestand aus nicht-typisierbaren H. influenzae (NTHi, 101 Fälle, 70,6 %), gefolgt von Hif als häufigster Kapselserotyp (30 Fälle; 21,0 %). Erkrankungsfälle mit Hib zeigten sich am dritthäufigsten (11 Fälle; 7,7 %), und ein Hie Fall (0,7%) wurde registriert. Andere Serotypen wurden nicht nachgewiesen.

    Wie auch schon in den vorigen Jahren (z.B. 2008, vgl. Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin 35/2009) war die am meisten von invasiven H. influenzae Infektionen betroffene Altersgruppe die der > 40-jährigen (111 Fälle; 77,2 %).

    Das KLHi untersucht retrospektiv die Häufigkeit von Ampicillin-Resistenz invasiver Isolate. 2010 wurde in 13 klinischen Isolaten (10%) eine Ampicillin-Resistenz nachgewiesen, davon zeigten 11 eine β-Laktamase-Produktion. Folglich stellen zwei Isolate BLNAR (β-lactamase negativ, Ampicillin-resistente) H. influenzae dar.

    Im Jahr 2010 wurden 210 Fälle nach dem gesetzlichen Meldesystem gemeldet, wie bei SurvStat@RKI verzeichnet ist. Die Laborüberwachung erfasst demnach mutmaßlich etwa 70% der Fälle. Diese Schätzung entspricht einem Datenabgleich mit Meldungen aus Baden-Württemberg, der eine Erfassungsrate von ca. 80% zeigt.

    Serotypverteilung invasiver H. influenzae-Isolate

    Altersverteilung von Patienten mit invasiver H. influenzae-Infektionen

    Serotypenverteilung nach Bundesland

     

    BW

    BY

    BE

    BB

    HB

    HH

    HE

    MV

    NI

    NW

    RP

    SL

    SN

    ST

    SH

    TH

    Hib

    1

    3

    0

    0

    0

    0

    1

    0

    1

    4

    0

    0

    0

    0

    0

    1

    Hie

    0

    0

    0

    0

    0

    0

    0

    0

    0

    0

    0

    1

    0

    0

    0

    0

    Hif

    5

    7

    1

    1

    0

    1

    4

    0

    2

    8

    0

    0

    0

    0

    0

    1

    NTHi

    20

    16

    9

    5

    0

    0

    5

    0

    10

    25

    4

    0

    3

    2

    0

    2

    BW: Baden-Württemberg, BY: Bayern, BE: Berlin, BB: Brandenburg, HB: Bremen, HH: Hamburg, HE: Hessen, MV: Mecklenburg-Vorpommern, NI: Niedersachsen, NW: Nordrhein-Westfalen, RP: Rheinland-Pfalz, SL: Saarland, SN: Sachsen, ST: Sachsen-Anhalt, SH: Schleswig-Holstein, TH: Thüringen. Die Tabelle umfasst insgesamt 143 Fälle.

    Ampicillin-Resistenz invasiver H. influenzae-Isolate

    Veröffentlichungen des KLHi

    Originalarbeiten:

    • Lâm TT, Elias J, Frosch M, Vogel U, Claus H. New diagnostic PCR for Haemophilus influenzae serotype e based on the cap locus of strain ATCC 8142. Int J Med Microbiol. 2011 Feb;301(2):176-9.
    • Lâm TT, Frosch M, Claus H, Vogel U. Sequence analysis of the serotype-specific synthesis regions II of Haemophilus influenzae serotypes c and d: evidence for common ancestry of capsule synthesis in Pasteurellaceae and Neisseria meningitidis. Research in Microbiology 2011 (in press).

    Lehrbuchbeiträge:

    • Vogel U et al. (2010) MiQ 13a und 13b: Infektionen des Mundes und der oberen Atemwege. In: A. Podbielski, M. Herrmann, E. Kniehl, H. Mauch and H. Rüssmann (Hrg.). Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MIQ), 2. Auflage. München: Urban und Schwarzenberg (Elsevier).

    Allgemeiner Hinweis: Die Daten des KLHi werden im Auftrag des RKI ermittelt. Eine wissenschaftliche Verwertung der Daten durch Dritte ist ohne Genehmigung des KLHi und des RKI nicht gestattet. Eine kommerzielle Verwendung der Daten z.B. für Werbezwecke ist untersagt. Eine Reproduktion der grafischen oder tabellarischen Darstellung auch zum Zwecke von Vorträgen ist nicht gestattet.