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    Meningokokken und Haemophilus Influenzae

    Daten zur Laborüberwachung von Meningokokken, 2014

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    1) Einleitung

    Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken und Haemophilus influenzae (NRZMHi) ist vom RKI mit der Feintypisierung und der Surveillance von Antibiotikaresistenzen bei Meningokokken beauftragt. Insgesamt wurden im Jahr 2014 393 Proben von 338 Patienten untersucht. Das NRZMHi konnte Neisseria meningitidis bei 269 Patienten nachweisen, von welchen bei 250 ein Meningokokkennachweis aus primär sterilen Materialien erfolgte (diese Zahl entspricht der Anzahl der invasiven Erkrankungen). Im Vergleich dazu wurden 275 Fälle von invasiver Meningokokkenerkrankung im Jahr 2014 an das RKI gemeldet, Stand 20.2.2015, vgl. SurvStat@RKI). Diese Zahlen verdeutlichen ein Absinken der Inzidenz der invasiven Meningokokkenerkrankung in Deutschland im Jahre 2014 (0,34/100.000) gegenüber dem Jahr 2013 (0,42/100.000). Da das NRZMHi alle Befunde den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern mitteilt, kann davon ausgegangen werden, dass ca. 91% der an das RKI gemeldeten Fälle durch das NRZMHi untersucht wurden (im Vorjahr: 86%). Bei 44 Patienten (von 250) erfolgte der Nachweis ausschließlich mit kulturunabhängigen Methoden.

    Der Anteil der Serogruppe C Erkrankungen nahm leicht ab (17,5%), während der Anteil der Serogruppe B Erkrankungen anstieg (70,1%). Der Anteil der Serogruppe Y Erkrankungen sank auf 7,7%, während der Anteil der Serogruppe W gleichblieb (3,7%).

    Im Jahr 2014 wurden 108 unterschiedliche Serogruppen-PorA-FetA-Kombinationen (= Feintypen) beobachtet. Die haeufigsten Feintypen sind B:P1.7-2,4:F1-5 (26, 11.1%), C:P1.5,2:F3-3 (16, 6.8%), B:P1.22,14:F5-5 (12, 5.1%), Y:P1.5-2,10-1:F4-1 (11, 4.7%) und B:P1.22,14:F5-1 (9, 3.8%).

    2) Serogruppenverteilung aufgeschlüsselt nach Bundesländern

    BW: Baden-Württemberg, BY: Bayern, BE: Berlin, BB: Brandenburg, HB: Bremen, HH: Hamburg, HE: Hessen, MV: Mecklenburg-Vorpommern, NI: Niedersachsen, NW: Nordrhein-Westfalen, RP: Rheinland-Pfalz, SL: Saarland, SN: Sachsen, ST: Sachsen-Anhalt, SH: Schleswig-Holstein, TH: Thüringen, Au: in D erkrankt, jedoch im Ausland wohnhaft, unk: unbekannt. Obige Tabelle zeigt 245 Fälle. Aus Materialien von 4 invasiven Fällen konnte die Serogruppe nicht bestimmt werden. In 1 Fall konnte der Wohnort nicht bestimmt werden.

    3) Serogruppenverteilung aufgeschlüsselt nach Altersgruppen

    4) Häufigkeit der Varianten des äußeren Membranproteins PorA, gekennzeichnet durch die variablen Regionen VR1 und VR2

    5) Häufigkeit der Varianten des äußeren Membranproteins FetA

    6) Häufigkeit der Feintypen aufgeschlüsselt nach Altersgruppen

    7) Antibiotikaresistenzen von Vitalstämmen (nach Kriterien von EUCAST)

    Der Anteil der phänotypisch Penicillin-intermediären Stämme sank auf 19,1%, während der Anteil der Penicillin-resistenten Stämme leicht auf 2,9% stieg. Rifampicin-intermediäre Stämme machten 0,5% aus. Nichtsensibilität ggü. Ciprofloxacin wurde nicht gefunden.

    8) Geografische Verteilungen

    Serogruppe B Fälle (rosa Dreiecke)
    Serogruppe C Fälle (gelbe Dreiecke)
    B:P1.7-2,4:F1-5 (blaue Kreise)
    C:P1.5,2:F3-3 (orange Kreise)

    Anmerkung zu den geografischen Verteilungen: Das Verteilungsverhalten der Serogruppe B und C Fälle ist ähnlich; Feintyp B:P1.7-2,4:F1-5 ist im Westen stärker vertreten.  Der Feintyp C:P1.5,2:F3-3 zeigt ein sporadisches Verteilungsmuster. Alle Karten wurden mithilfe des Geografischen Informationssystems EpiScanGIS erstellt.

    9) Hinweis

    Allgemeiner Hinweis: Die Daten des NRZMHi werden im Auftrag des RKI ermittelt. Eine wissenschaftliche Verwertung der Daten durch Dritte ist ohne Genehmigung des NRZM und des RKI nicht gestattet. Eine kommerzielle Verwendung der Daten z.B. für Werbezwecke ist untersagt. Eine Reproduktion der grafischen oder tabellarischen Darstellung auch zum Zwecke von Vorträgen ist nicht gestattet.

    Version 0.2 © NRZMHi 2015